Der innere Schweinehund

Der innere Schweinehund

Der geliebte Feind in uns

Er steckt in jedem von uns – und er ist hartnäckig. Für jeden gefassten Vorsatz ist er der sture Gegenspieler. Haben wir einmal Motivation entdeckt, sorgt er dafür, dass wir diese direkt wieder verlieren. Er ist unser liebster Feind – Der innere Schweinehund.

Sind  wir einmal ehrlich, egal ob im Job oder im Sport, fast jedem von uns kommt folgende Situation bekannt vor: Unsere Vernunft und der gesunde Menschenverstand raten uns zu gewissenhafter Arbeit oder einer gesunden Lebensweise, während eine leise, verführerische Stimme genau das Gegenteil verlangt. Während aber im Job höher gestellte Instanzen, wie beispielsweise der Chef, dafür sorgen, dass ihr die Stimme gefälligst zu ignorieren habt, erweist sich die Eingebung zur Faulheit beim Sport oftmals als unwiderstehliche Verlockung.

Doch warum hat der innere Schweinehund einen so großen Einfluss auf unser sportliches (Nicht-)Handeln? Wir alle haben schließlich die mahnenden Worte von Ärzten, Experten oder besorgten Freunden und Familienangehörigen im Ohr, die uns ständig daran erinnern, dass schon eine kleine Dosis Bewegung am Tag die Lebenserwartung drastisch steigert und die Lebensqualität verbessert. Warum fällt es uns also so schwer, diese offensichtlich vernünftigen Tipps in die Tat umzusetzen?

Einer der Gründe dafür liegt in unserer Vergangenheit und ist sozusagen genetisch vererbt.
Unsere Vorfahren waren gezwungen, sich tagtäglich zu verausgaben. Für sie war Bewegung keine wählbare Option, sondern essentiell, um das Überleben zu sichern. Dabei verbrannte der Mensch durch Jagd oder Ackerbau tagtäglich hohe Kaloriensummen und musste die wenigen vorhandenen Pausen nutzen, um Ressourcen zu sparen und zu regenerieren.
Heutzutage sieht die Situation ein wenig anders aus. Der moderne Homo Sapiens hat die Jagd gegen den Bürostuhl und die heimische Couch eingetauscht und muss zum Überleben lediglich den Kühlschrank öffnen. Dummerweise hat unser Stoffwechsel diese Entwicklung bisher verschlafen und funktioniert immer noch nach jenem Prinzip, dass der Menschheit in der Vergangenheit das Überleben gesichert hat: Jede überflüssige Energiezufuhr wird in Fettdepots gespeichert, um in Notsituationen davon zehren zu können. Da dieses Szenario aber heutzutage in der westlichen Welt de facto nicht mehr vorkommt, steht unsere Gesellschaft vor dem Problem, dass immer mehr Energie durch Nahrung aufgenommen wird, gleichzeitig durch stetig schwindenden Bewegungsumfang die Zahl der verbrannten Kalorien aber immer weiter sinkt. Die Konsequenz ist bekannt und kann nur durch regelmäßigen zusätzlichen Kalorienverbrauch (lies: Sport) effektiv bekämpft werden. Im Gegensatz zu früher steht uns die Entscheidung, ob wir uns bewegen oder nicht, heutzutage aber frei offen und genau hier liegt das Problem: Der Mensch neigt schon allein aus evolutionärer Sicht dazu, den bequemen, Energie sparenden Weg zu gehen.

Soviel zur historischen Sichtweise der Dinge. Psychologisch betrachtet ist der innere Schweinehund hingegen ein Produkt der Begleitumstände unserer guten Vorsätze. Menschen neigen dazu, sich in festlicher, euphorischer Umgebung neue Ziele zu stecken. Durch die gute Stimmung und gegebenenfalls gemeinschaftliche Zielsetzung wird das Vorhaben gestärkt und erscheint leichter umsetzbar. Schon bald weicht die Euphorie aber der nüchternen Realität und die anfängliche Motivation schwindet ebenso schnell, wie sie entstanden ist. Das beste Beispiel hierfür ist die Silvesternacht, in der Jahr für Jahr ehrgeizige sportliche Ambitionen geboren werden, welche oft aber schon nach wenigen Wochen wieder vergessen sind. Hinzu kommt ein Denkvorgang, der nur allzu menschlich ist, oftmals aber der Grund des letztendlichen Scheiterns ist: Menschen tendieren dazu, kleinere Rückfälle, wie eine ausgelassene Trainingseinheit, als einmaligen Ausrutscher zu entschuldigen und so zu legitimieren. Ist dieser Gedanke aber erst einmal gesät, häufen sich die Rückfälle, immer mehr Entschuldigungen werden erfunden und es entsteht ein „Teufelskreis“, der letztendlich dazu führt, dass der Trainingsplan wieder aufgegeben wird.  

Soviel also zur Erklärung, warum ihr regelmäßig den gemütlichen TV Abend einer schweißtreibenden Einheit im Fitnessstudio vorzieht. Wie aber gelingt es den inneren Schweinehund besiegen ? Wir präsentieren euch 5 Tipps, die dazu beitragen werden, dass ihr euch in Zukunft leichter und nachhaltiger motivieren könnt und so eure sportlichen Ziele erreicht:

1. Macht euch zunächst einmal klar, welcher Fitnesstyp ihr seid. Ob Individual-oder Mannschaftssport, ob entspannt oder fordernd, für ein erfolgreiches Sportprogramm ist es unbedingt nötig, dass ihr euch mit der ausgeübten Tätigkeit identifizieren könnt. Probiert also zunächst einmal möglichst viele Sport-Optionen mit Hilfe von Schnupperterminen aus und schreckt dabei auch vor Exotischem wie Kampfsport oder Rudern nicht zurück. Es ist nie zu spät, eine Sportart zu erlernen, solange sie euch Spaß macht und es somit leichter fällt, sich selbst zu motivieren.

2. Setzt euch realistische Ziele. Natürlich sollte euer Training für sie eine Herausforderung darstellen und euch an eure Grenzen treiben. Ihr solltet diese aber nicht überschreiten. Wenn ihr euch regelmäßig überfordert, verliert ihr den Spaß an der Tätigkeit, was auf kurz oder lang automatisch eure Motivation negativ beeinflussen wird. Vermeidet außerdem die Orientierung an falschen Vorbildern wie Fitnessmodels oder TV Stars. Diese setzen nur unrealistische Maßstäbe und führen zu Frust und Resignation.

3. Erstellt euch einen exakten Trainingsplan. Es wird euch viel leichter fallen mehr Sport zu treiben, wenn ihr einen konkreten Zeitplan erstellt.  Kreiert einen auf eure Bedürfnisse zugeschnittenen Sportterminplaner und behandelt eure Trainingstermine wie ein Jobmeeting oder eine wichtige Verabredung. Absagen oder verschieben ist dann nur in Notfällen legitim.

4. Besorgt euch einen Trainingspartner. „Zusammen sind wir stark“ – Dieses Sprichwort mag abgedroschen klingen, trifft aber beim Sport voll und ganz zu. Mit einem oder mehreren Gleichgesinnten fällt es deutlich leichter, sich zu schuften und zu quälen. Bei einem Motivationstief wirkt der Partner als Ansporn und Motivator. Achtet aber darauf, dass ihr beide auf einem ungefähr gleichen Level seid, um mögliche Frustration von vornherein zu vermeiden.

5. Belohnt euch. Um euren inneren Schweinehund auf Dauer zu besiegen, sind kleine Streicheleinheiten auf lange Sicht unverzichtbar. Gönnt euch hin und wieder eine Belohnung und bleibt so bei der Stange. Ein Saunagang nach einer besonders schweißtreibenden Einheit, eine kleine Einkaufstour nach einer disziplinierten Woche – die Möglichkeiten sind unbegrenzt und können Wunder wirken, um euch zum Durchhalten zu motivieren.

Und schlussendlich: Macht euch bei jeder Gelegenheit bewusst, dass ihr nur für euch und euer Wohlbefinden trainiert. Niemand sollte euch von eurem Ziel abhalten können– auch nicht euer innerer Schweinehund.

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